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Spielebox für Volksschulen
Als zweiter Schritt der Kampagne "sauberes tirol" wurden nach den Kindergärten und Horten auch die Volksschulen mit Spieleboxen ausgestattet, um den Kindern Themen des Umweltschutzes näher zu bringen.
Volksschulbox / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas Bewusstsein schärfen für ein ?sauberes tirol?

Mit der Materialien-Box ?sauberes tirol? stehen den Pädagoginnen und Pädagogen der Tiroler Volks- und Sonderschulen anschauliche Unterrichtsmaterialien zur Auswahl, die eine vielfältige Umwelterziehung ermöglichen. Gerade wenn es darum geht, Kinder für eine umweltschonende und nachhaltige Lebensweise zu sensibilisieren, muss diese Vermittlung auf deren Ebene der Sinneswahrnehmungen und Vorstellungen geschehen und ihre konkrete Erlebniswelt ansprechen. Mit Hilfe der Unterrichtsmaterialien eröffnen sich den Tiroler Schülern die Themen ?Abfall?, ?Boden?, ?Lärm?, ?Wasser? und ?Klimaschutz? ? beeinflussbare Lebensbereiche, in die sich jeder einzelne von ihnen tagtäglich aktiv und positiv einbringen kann.
 
 
Die Themen
 
  • Abfallvermeidung ist neben dem Verwerten und Entsorgen das zentrale Anliegen der Tiroler Abfallwirtschaft. Gerade Kinder können nicht früh genug damit beginnen, ihr Konsumverhalten zu überdenken, und zu erfahren, dass ihre (täglichen) Kaufentscheidungen und Konsumwünsche die Menge an anfallendem Müll beeinflussen. Nur wer gelernt hat, sein Kaufverhalten zu reflektieren, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch seine Geldbörse. Daher widmet sich auch ein Großteil der auf Abfall bezogenen Aufgaben dieser aktuellen Problematik.
 
  • Der Boden ist viel mehr als Erde und Untergrund, sondern neben Wasser und Luft das dritte wichtige Umweltmedium. Als unbewegliches, unvermehrbares und leicht zerstörbares Naturgut gilt ihm ein besonderer Schutz. Gefährdungen wie Schadstoffeinträge durch die Luft, falsche Bewirtschaftung oder infolge von Versiegelung sind gravierender, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Schüler sollen erfahren, dass Zerstörungen des Bodens nur sehr schwer oder gar nicht mehr rückgängig zu machen sind. Deshalb zählt die Förderung eines Bodenbewusstseins zu den zentralen Anliegen zeitgemäßer Umweltbildung.
 
  • Lärm ist ?hörbarer Abfall?, der vor allem die Gesundheit des Menschen beeinträchtigt. Daher spricht man mittlerweile auch von Lärm als Körperverletzung. Nicht nur, dass Kinder und Jugendliche auf Grund von lauter Musik ihr Hörvermögen bereits in frühen Jahren massiv schädigen, Lärmbelästigung zerstört auch die soziale Struktur und fördert ebenso Depressionen wie Aggressionen. Es ist daher wichtig, Kinder in Zeiten der akustischen Reizüberflutung für diese Art der Umweltverschmutzung zu sensibilisieren.
 
  • Wasser ist ein kostbares Gut und trägt entscheidend zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts bei. Obwohl die Erde zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist, stehen davon nur minimale 0,3 Prozent als Trinkwasser zur Verfügung, die sich geografisch gesehen sehr unterschiedlich verteilen. Tirol befindet sich in der glücklichen Lage, über genügend (Trink-)Wasserreserven zu verfügen. Trotzdem ist es wichtig, den Schülern einen sorgsamen Umgang mit Wasser zu vermitteln, denn nur eine bewusste Auseinandersetzung mit der Ressource Wasser verdeutlicht seinen (globalen) Wert.
 
  • Der Begriff aber, der zur Zeit die Umweltpolitik am intensivsten prägt, ist das Schlagwort Klimaschutz. Man hat erkannt, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um der natürlichen globalen Erwärmung entgegenzuwirken, ihre Folgen abzumildern
oder zu verhindern. Gerade in diesem Bereich des Umweltschutzes zählt jeder noch so kleine Beitrag. Egal ob der Verzicht auf eine Autofahrt, das Senken der Raumtemperatur oder die Anschaffung eines stromsparenden Kühlschranks ? nur wenn jeder Verantwortung für seinen Lebensbereich übernimmt, kann langfristig gesehen eine Klimakatastrophe verhindert werden. Diese Zusammenhänge gilt es, den Schülern zu vermitteln.
 
 
Die Methode
 
Die Lernprozesse, die in der Auseinandersetzung mit der Thematik Umweltschutz stattfinden, verlaufen nur dann zufriedenstellend, wenn sie auch den didaktischen Erfordernissen eines zeitgemäßen Unterrichts entsprechen. Dazu gehören geeignete Methoden, die zur Vermittlung von Lerninhalten und zur Aneignung von Kompetenzen oder zur Einübung von Fertigkeiten dienen. Hinsichtlich Interaktion, Kooperation und Kommunikation im Unterricht sind die Materialien auf Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit sowie Offenes Lernen und Plenumsarbeit angelegt. Was die Arbeits- und Aktionsformen betrifft, so stehen Diskussion, fragend-entwickelndes Lernen, aber vor allem spielerische (digitale) Formen und das Arbeiten mit interaktiven, animierten Tafelbildern im Vordergrund.
 
Da die Box nicht die unmittelbare Begegnung mit der Natur anspricht, sondern für den ?Indoor?-Unterricht konzipiert ist, wurde hoher Wert auf die Nachbildung der Wirklichkeit gelegt. Zum einen gibt es eine große Anzahl an ?begreifbaren? Materialien, die mit sehr anschaulichen Zeichnungen illustriert und in gewohnter Weise anzuwenden sind.
 
Zum anderen enthält die Box eine Unterrichts-CD, auf der sich zu den fünf Themenbereichen verschiedene digitale Tafelbilder und Spiele befinden. Hinsichtlich der methodisch-didaktischen Vermittlung erfüllt dieser Datenträger den Wunsch der Lehrkräfte nach einer unkomplizierten Handhabung, die jedoch einem anschaulichen, abwechslungsreichen und spannenden Unterricht nicht im Wege steht. Ganz im Gegenteil: Durch einfache Bedienung mit der Maus eröffnen sich den Schülern (mittels Beamer projizierte) animierte, grafische Darstellungen, verschiedenste Bildfolgen, strukturierte Inhalte oder Spiele. Je nachdem, wie der Unterricht erfolgt, können die Schüler selbstständig im Rahmen einer Station mit der CD arbeiten, oder der Pädagoge spricht anhand der projizierten Tafelbilder mit der gesamten Klasse. Zur Unterrichtsvorbereitung befindet sich auf der CD auch ein Handbuch (in gesamter Länge, aber auch den jeweiligen Themen zugeordnet), das dem Pädagogen die zur Unterrichtspräsentation notwendige Hintergrundinformation bzw. die Spielanleitungen liefert.
 
Damit aber auch dem Interesse des Kindes an der direkten Begegnung mit der Umwelt und der Forderung nach effektivem Unterricht entsprochen wird, besteht für alle Volksschulen Tirols die Möglichkeit, sich an den jeweiligen Abfall- bzw. Umweltberater ihrer Gemeinde zu wenden. Diese methodisch-didaktisch geschulten Fachleute kommen nicht nur sehr gerne in den Unterricht, mit ihrer Hilfe lassen sich auch spannende Erkundungen vor Ort organisieren (Umwelt Verein Tirol, www.umwelt-tirol.at).
 
Jede Tiroler Volks- und Sonderschule erhielt in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat für Tirol im Herbst 2008 im Zuge von bezirksweit organisierten Workshops die Materialien-Box ?sauberes tirol? überreicht. Thema der Seminare war nicht nur die inhaltliche Aufbereitung und die didaktische Umsetzung der Materialien, sondern auch die Festigung des Netzwerkes zwischen den Pädagogen und den im Umweltschutz tätigen Fachleuten.